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Phil war so nett sich während des NCN Festivals am 09.09.08 die Zeit für ein Interview zu nehmen. Nachdem wir unsere Plätze im Backstagebereich eingenommen hatten und Phil sich einen Kaffee organisiert hatte gings auch gleich los:

Was erwartet uns auf dem neuen Album Whitechapel? Viel.. Ihr wart vor kurzem in London, ich glaube ich habe dir darüber auch schon geschrieben, von diesem Jack the Ripper Thema? Das basiert alles auf diesem Fall der sich 1888 zugetragen hat, ich war sehr inspiriert von seiner Geschichte. Das Ganze fand in Whitechapel statt und ich bin nun zwei Monate in England herumgereist und habe mich für den Fall interessiert und recherchiert, jetzt haben wir uns entschieden, dass das ganze Album ein Konzeptalbum wird, jeder Song basiert letztlich auf dem Fall von Jack the Ripper. Wir haben auch die Bilder in London gemacht, im London Dungeon, ich weiß nicht ob ihr da wart, im Prinzip ist das ganze Viertel Whitechapel dort nachgebaut, so wie es 1888 aussah. Wir haben dort auch Kostüme gemietet - deswegen auch der Frack auf der Bühne - das wird alles sehr Authentisch werden.

Phil FAQ  Also eigentlich ein großes Gesamtkonzept..
Genau, wir wollten mal ein Konzeptalbum machen, nicht nur Song um Song, sondern ein Album das ein Konzept und eine ganze Story hat, von Anfang bis Ende, das war eine große Herausforderung.
Es kommt immer wieder die Frage nach eurem Musikstil auf.. wie würdest du ihn beschreiben?
Das ist die schwierigste Frage überhaupt... (lacht) für das letzte Album hatten wir uns ausgedacht "progressive Electronic Pop Music ", das sagt viel aus und doch nichts und genau deswegen haben wir  die Bezeichnug gewählt, denn mit Synthpop hat das nicht mehr viel zu tun, immer mehr Gitarren und immer weiter in Richtung Rock, wie bei allen Synth Bands, Apoptygma hat auch mal recht elektronisch angefangen.. es ist ein Crossover.. Ich bevorzuge immer noch "Independent" , das lässt unheimlich viel Spielraum.Eure Musik erlebt ja auch einen ständigen Wandel..
Ja, genau.. Was ja auch gut ist.. Aber das Problem ist, wenn man sagt es ist Elektro - Pop dann sind ne Menge Leute enttäuscht wenn sie auf einmal eine Gitarre hören und wenn du sagst es ist Rock und dann hören sie Synthesizer, dann sind sie auch enttäuscht, man muss das also irgendwie kombinieren..
Euer Stil ändert sich von Album zu Album, vergleicht man die ersten Alben mit dem aktuellen, dann sieht man ja einen ziemlich großen Unterschied
Ja, es ist ein Unterschied, das stimmt - aber es hängt auch mit der Entwicklung zusammen, früher waren wir mehr inspiriert von der elektronischen Musik, heute mehr von den ganzen Gitarrenbands und entsprechend versucht man auch weiter zu kommen, denn irgendwann ist es gut, dann kommt man an einen Punkt, wo man sagt ich hab die Schnauze voll, jetzt muss mal ein Instrument dazu und das ist eine ständige Entwicklung, die mich auch widerspiegelt. Je mehr Instrumente du zur Verfügung hast, umso vielfältiger kannst du dich auch präsentieren.In welchen Ländern würdest du gern mal touren?
Ahm.. USA, unbedingt.. so seltsam das klingen mag, ich habe z.b.auch nicht einen ausgeprägten (naja... :-) Bezug zu diesem Land , aber USA muss auf jeden Fall sein, und natürlich auch Russland! Moskau, St. Petersburg usw. es gehen immer mehr Elektrobands Richtung Osten im Moment. Moskau...ich möchte unbedingt mal nach Moskau. Bisher war es ja immer mehr Europa, Deutschland und Nachbarschaft, aber  in Zukunft darf's gern auch etwas weiter weg sein, weil es einfach auch spaß macht zu reisen.
Du sagtest mal in einem anderen Interview, du seiest mit Line Fourteen nicht zufrieden, kannst du das erklären?
Ich war nicht zufrieden damit was aus dem Song wurde, Line Fourteen ist ja ein sehr persönliches Thema und da war die Erwartung unheimlich groß Line Fourteen hat unheimlich viel Bedeutung und der Song ist mir schlussendlich zu oberflächlich geworden, er spiegelt nicht das wieder was ich damit ausdrücken wollte. Er ist sehr poppig, was ja nichts Schlechtes sein muss.. aber, ich vermisse die Intensität. Ist ja auch  meine/unsere Schuld (lacht).  Die Erwartungen die man an sich selbst hat sind ja sowieso immer die, die man am schwersten erfüllen kann. Phil FAQ Mit wem würdest du gern mal zusammenarbeiten und warum?
Moby, ich bin ein großer Moby Fan, er schafft es wie sonst niemand, diese ganze Electro Dance Geschichte, aber gleichzeitig Rock und Punk zu kombinieren. Wenn du mal auf einem Moby Konzert bist das ist unglaublich, da kommen 20000 Leute hin und du triffst von Punk über Hip Hop und Rap alles und am Ende des Abends halten sich alle im Arm und lieben sich und das ist eigentlich das Schönste was man jemals erreichen kann als Musiker. Festzustellen, dass Musik halt doch eine universelle Sprache ist. Ich bewundere Moby und es wäre natürlich ganz gross, mal ein Song mit ihm zu machen. 

Ist für das kommende Album ein Video geplant?
Auf jeden Fall! Die Videogeschichte ist immer so ein großes Problem, ein Video zu machen kostet sehr viel Geld, und die Labels investieren das Geld lieber in andere Promotion, denn der Clip ist sehr schwer in die Tv´s zu bringen, sehr viele Sender weigern sich grundsätzlich düstere Musik zu spielen. Bei Rammstein oder so was, da funktioniert es, aber wenn Newcomer kommen die halt einen dunklen Clip haben dann heißt es, nee spielen wir nicht. Das ist  z.b. auch bei Mesh passiert bei MTV, die haben einen Clip gemacht für eine Menge Geld und der wurde nie gespielt, nicht ein einziges Mal weil es einfach zu düster ist..Wobei Mesh ja noch sehr poppig ist, aber es hiess, nein spielen wir nicht. Und das lehrt halt die Labels auch das Geld anders zu investieren und trotzdem kommst du ohne schlecht weg. Also muss man halt versuchen mit kleinem Budget einen Clip zu machen, denn in Zeiten von YouTube ist es auch wichtig was visuelles am Start zu haben, was wir auf jedenfall auch machen werden. Und zum Thema Jack the Ripper gibt es ja auch unendlich viele Möglichkeiten das irgendwie umzusetzen...ich weiß nicht ob ihr den Film From Hell gesehen habt? Ich stelle mir die visuelle Umsetzung in die Richtung vor, das passt auch zur Musik.. Und wer die kommenden Promo/Bandbilder sehen wird, welche wir gemacht haben im London Dungeon,  der wird die parallelen zum Film erkennen. Ich hab From Hell in den letzten 12 Monaten bestimmt 30 mal   gesehen und war für den kreativen Prozess von Whitechapel sehr inspirierent.  

Der Film ist sicher auch so gut geworden weil Johnny Depp persönlich auch an dem Thema interessiert ist… Johnny Depp...ich liebe ihn!  Ich meine da müssen wir nicht weiter drüber sprechen. (lacht)  Aber es ist unglaublich schön umgesetzt worden, der Film ist sehr modern, von den ganzen Schnitten , Beleuchtung, visuelle Effekte, etc. und trotzdem spielt er ja im Jahre 1888, also 120 Jahre zurück und es funktioniert! genau diese Symbiose und Stimmung versuchen wir mit Whitechapel wiederzugeben.
Was würdest du spontan mit 50€ tun?
Mit 50€? Spontan, jetzt? Ahm.. Spontan mit 50€ würde ich mir jetzt...  wie viele Flaschen Jägermeister bekomme ich dafür? Wäre jetzt spontan das was ich machen würde, ist vielleicht ein bisschen banal, aber seit Tagen freuen wir uns auf Jägermeister in Deutschland und ich habe immer noch keinen getrunken, ich bin jetzt schon 20 Stunden hier und noch immer kein Jägermeister.. Deswegen verzeiht mir die Antwort.. aber im Moment wär's Jägermeister Das schönste was jemals jemand zu dir gesagt hat....oder für dich getan hat?
Gesagt hat oder getan hat? Hm.. wieviel Zeit habt ihr? Gesagt.. Lasst mich überlegen, nicht, dass ich keine Freunde hätte.. Viele sind's nicht, aber ich glaube zusammengefasst gesagt und getan ist es das Gefühl zu haben verstanden zu werden, das schließt beides mit ein und es ist sehr sehr selten.. besonders bei mir. (lacht) Und gesagt bekommen ich versteh dich und zu fühlen, dass es auch wirklich so ist.. Ich denke das war es.
Was für Opfer hast du bisher für die Band gebracht, wie weit würdest du gehen?
Die Opferliste ist endlos.. Der Verzicht auf ein(normales) Privatleben ist ein sehr grosser Punkt... das soziale Umfeld zu pflegen und aufrechtzuerhalten, ist sehr sehr schwierig, wenn man die meiste Zeit entweder im Studio oder irgendwo auf Reisen ist. Ich weiss, das klingt jetzt wieder so plakativ, aber ich hatte eine langjährige Beziehung und die ging nicht zuletzt wegen meinem intensiven, zeitraubenden Engagement zu Grunde. Wer sich dafür entscheidet, Musik mit 100% Engagement zu machen, welches heutezutage auch gefordert wird, muss bereit sein Opfer zu bringen...wie bei jeder Art von "Karriere". Ich bin   (im Moment) fest entschlossen, den Weg zu gehen, den ich gehen muss um mir irgendwann in 50 Jahren nicht selber vorzuwerfen, dass ich nicht (zumindest) alles versucht habe. Das ist (für mich!) der einzige Weg, der konsequente Weg... Phil FAQ

Dein Lieblingsmärchen als Kind (oder heute)?
Ich habe nie viel von Märchen gehalten.. Ich konnte Märchen nie viel abgewinnen, diese ganzen Fantasiefiguren.. angefangen beim tapferen Schneiderlein bis heute zu Lord Of The Rings, das war irgendwie nie meine Welt. Meine Lieblingsmärchen sind die von David Lynch, ich weiß nicht ob ihr David Lynch kennt, die Filme Lost Highway und so weiter, ist ein weiter Sprung das hat mit Märchen nicht mehr viel zu tun,  schon klar, aber ich mochte es schon immer, wenn die Fantasie in der Realität stattfindet. Irgendwelche Fabelwesen vorgesetzt zu kriegen (welche dann noch 12 Stunden lang verliebt "oh Saaaaam" rufen...Namen seien hier keine genannt) hat für mich keinen Reiz. Die Hobbits und Orks im Menschengewand sind es, welche mich interessieren :-)  Wobei halt.......es gab so eine tschechische Version von „Drei Nüsse für Aschenbrödel" irgendwann in den 70er oder 80er, welche ich sehr mochte! ..Aber nur aus dem Grund weil die Schauspielerin, wie sie auch immer heisst (Libuse...irgendwas) einfach unglaublich (schön!) war..der Prinz war doof...vielleicht war ich auch nur neidisch. "Drei Nüsse für Aschenbrödel" also...aber NUR die tschechische Version  (Auf speziellen Wunsch noch mal erwähnt ;-)

Bist du sehr selbstkritisch?
Ja! Wir Menschen sind sehr gut trainiert im kritisieren, selbstkritik hingegen fällt uns schon wesentlich schwerer. Jeder sollte, bevor er Kritik an anderen ausübt, erstmal in den Spiegel schauen und bei sich anfangen...was ganz schön schmerzhaft sein kann und viel Überwindungskraft erfordert (man kann's ja im Stillen machen). Bin überzeugt davon, dass man nur mit einem ausgeprägtem Mass an Selbstkritik wirklich weiterkommt (ohne jetzt wie ein demütiger Jünger klingen zu wollen), aber sich selber die Rute geben und die eigenen Fehler einzugestehen, wahrt einem vor Überheblichkeit oder dem Gefühl, besser als der Rest der Menschheit zu sein. Was nicht bedeutet, dass man nicht auch stolz auf sich selber oder selbstbewusst sein darf....hmmm....amen!

An dieser Stelle nocheinmal ein Danke an Phil,der sich auch zu recht später Stunde noch die Zeit für dieses Interview nahm und an das Offizielle deutsche FAQ Street Team

 

 

 

 

 

 

 

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